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Neuzugänge im städt. Kramer-Museum | Bilder & mehr vom Kempener Künstler Fritz Wingen -
Städt. Kramer-Museum | Kulturforum Franziskanerkloster

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Aktuelles aus dem Städt. Kramer-Museum

Wir präsentieren derzeit im Kreuzgang unseres schönen Franziskanerklosters unsere Neuzugänge des Kempener Künstlers Fritz Wingen
Das Kulturforum Franziskanerkloster aus der Vogelperspektive, © Pep Werbeagentur KempenBlick auf die Neuzugänge im Kreuzgang des städt. Kramer-Museums, (c) Bettina Klapheck, Kulturamt KempenGemälde des Kempener Künstlers Fritz Wingen, Neuzugang des städt. Kramer-Museums, (c) Bettina Klapheck, Kulturamt KempenGemälde des Kempener Künstlers Fritz Wingen, Neuzugang des städt. Kramer-Museums, (c) Bettina Klapheck, Kulturamt Kempen

Wer war der Künstler Fritz Wingen?

Geboren wurde Gottfried genannt Fritz Wingen als erstes von acht Kindern am 14. Mai 1889 im kleinen Ort Holpe im Süden von Nordrhein-Westfalen. Bereits früh waren seine künstlerischen Talente offensichtlich. Schon als Kind zeichnete er mit großer Leidenschaft und spielte Geige, Klavier und Orgel.
1908 zog die Familie nach Kempen.

Obwohl Wingen gerne als freischaffender Künstler gearbeitet hätte, folgte er dem Vorbild und Wunsch des Vaters und wurde Lehrer. Im Kunst- und Musikunterricht entwickelte er ganz eigene Methoden, um den Kindern die Freude am Malen und Musizieren zu vermitteln. So groß seine Erfolge als Pädagoge waren, so wenig Sympathie erwarb er sich durch sein eigenwilliges und zuweilen eigenmächtiges Vorgehen bei seinen Vorgesetzten.
Ohne Studium an einer Kunstakademie wagte er 1921 den Schritt in die Selbständigkeit als freischaffender Künstler.
Bald bekam er öffentliche Aufträge. Er malte die Kirchen in Morsbach, Duisburg-Hamborn-Bruckhausen und die Konviktskapelle in Kempen aus, renovierte die St. Matthiaskirche in Berlin-Schöneberg und schuf dafür sakrale Skulpturen ebenso wie für die St. Ludgerus-Kirche in Berlin und das St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam. Er erhielt viel Anerkennung, bei manchen stieß seine Kunst aber auch auf Unverständnis.
In den 20er Jahren malte er eine Reihe großformatiger Porträts.

Informationen zu den neuen Bildern

Gemälde des Kempener Künstlers Fritz Wingen, Neuzugang des städt. Kramer-Museums, (c) Bettina Klapheck, Kulturamt Kempen

Durch Vermittlung seines Kempener Freundes Josef Hubbertz hatte er den Venloer Kunstmäzen Karel Hermans und dessen Frau Anna Hermans-Seelen kennengelernt, für die er einige Einzelporträts und ein großes Familienbild malte.
In diese Jahre fallen auch die beiden Gemälde des Städtischen Kramer-Museums. Leider sind die Dargestellten nicht bekannt. Auch gibt es keine Hintergrunddetails und persönlichen Accessoires, die eine Identifikation erleichtern würden, außer einer Taschenuhr, die dem älteren Herrn im Sessel lässig aus der Westentasche hängt und das straff umgehängte Gewehr des stattlichen Jägers.
Die Porträts sind in dunklen, gedeckten Farben gemalt. Die beiden Männer schauen die Betrachtenden mit vielsagenden Blicken an. Was in ihnen vorgeht, was sie bewegt oder planen, ist nicht zu ergründen. In welcher Situation befinden sie sich? Hat sich der ältere Herr gerade im Sessel niedergelassen, um auszuruhen oder wird er gleich für die nächste Aktion aufstehen?

Gemälde des Kempener Künstlers Fritz Wingen, Neuzugang des städt. Kramer-Museums, (c) Bettina Klapheck, Kulturamt Kempen

Hat der Jäger soeben erfolgreich seine Jagd beendet oder konzentriert er sich auf seinen Einsatz? Das erfahren wir nicht. Wingen stellt den Augenblick dar, er möchte das Wesen der Männer und die Ausstrahlung ihrer natürlichen Autorität festhalten.
So wie Fritz Wingen zuerst als Lehrer und dann als freischaffender Künstler seine Arbeitsweise selbstbewusst nach außen vertrat, so vertrat er auch öffentlich seine politische Meinung. Das machte das Naziregime auf ihn aufmerksam. Bereits im Juni 1939 wurde er aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen. 1940 wurde er verhaftet und zunächst nach Sachsenhausen überführt und schließlich nach Lublin. Dort starb er - laut Totenschein offiziell an Herzschwäche bei Darmkatarrh - am 23. Januar 1944 im Lager Majdanek.

Blick auf die Neuzugänge im Kreuzgang des städt. Kramer-Museums, (c) Bettina Klapheck, Kulturamt Kempen

NEUERWERBUNGEN
Fritz Wingen
(Holpe 1889 - Majdanek/Lublin 1944)

Blick auf die Neuzugänge im Kreuzgang des städt. Kramer-Museums, (c) Bettina Klapheck, Kulturamt KempenNeuzugang des städt. Kramer-Museums, Werk des Kempener Künstlers Fritz Wingen, (c) Bettina Klapheck, Kulturamt Kempen

Kreuz mit Korpus und Begleitfiguren (zu sehen im Bildhintergrund)
Wachs auf Pappe, wahrscheinlich 1943 im KZ Majdanek

Maria mit Kind, Keramik, nicht datiert
Beide Objekte sind Geschenke aus der Familie Wingen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Das Museumsteam

Weitere Termine und Themen werden in der Tagespresse und unter www.kempen.de bekannt gegeben.

Eingang Kulturforum Franzkiskanerkloster, © Ralph Braun, Stadt KempenDetails aus der Ausstellungsvitrine Reliquienkult im Museum für Niederrheinische Sakralkunst in der Paterskirche, (c) Bettina Klapheck, Kulturamt Kempen

Veranstaltungsdetails

Datum:01.09.2022 - 31.12.2022

Ort:Städt. Kramer-Museum, Museum für Niederrheinische Sakralkunst
Burgstraße 19
47906 Kempen

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Kategorie:Ausflüge / Führungen

Veranstalter

Stadt Kempen - KulturamtBurgstraße 23
47906 Kempen

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E-Mail:E-Mail Veranstalter

Karten / Tickets

Kulturforum FranziskanerklosterBurgstr. 19
47906 Kempen

Telefon:0 21 52 / 917-4120

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Preise: Museumseintritt 2 €, Kinder 1 €.